Testament auf einem einfachen Zettel reicht nicht (immer) aus

Das Oberlandesgericht Hamm hatte sich in einem Verfahren zu Erteilung eines Erbscheins mit zwei vermeintlichen Testamenten zu befassen, die auf einem Zettelausschnitt und einem zusammengefalteten Pergament aus dem Jahr 1986 abgefasst worden waren.

Das Gericht entschied mit Beschluss vom 27‌.‌11‌.‌2015‌ (Az. 10 W ‌153‌/‌15‌), dass die vorgelegten „Zettel“ die Anforderungen, die an ein Testament zu stellen sind, nicht erfüllen.

Ein Testament müsse einen ernstlichen Testierwillen enthalten, um eine gewisse Verbindlichkeit auszudrücken. Diesen konnte das Oberlandesgericht Hamm bei den vorgelegten „Zetteln“ gerade nicht erkennen. Vielmehr seien diese als bloße Entwürfe zu werten, die auf keiner „üblichen Schreibunterlage“ verfasst worden seien. Hierfür spreche auch die Aufbewahrung der Erblasserin unter vielen weiteren Unterlagen.

Dementsprechend wurde der Antrag auf Erteilung eines Erbscheins auch abgelehnt.

Andreas Lehnebach

– Rechtsanwalt –

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