Pappe weg? Keine Angst vor der MPU!

Rund 100.000 Menschen müssen sich jährlich in Deutschland einer MPU unterziehen, ohne die es ansonsten die Fahrerlaubnis nicht wieder ausgehändigt gibt.

Mehr als 60 % der MPU-Absolventen werden als fahrtauglich befunden, bestehen den Test also. Wer durchfällt, darf so oft wiederholen, wie ihm das beliebt. Vorausgesetzt ist immer, er hat das nötige Kleingeld. Gut 350,00 € für die MPU sind zu kalkulieren. Hinzu kommen mögliche Laborkosten, irgendein Coaching zuvor sowie der Zeitverlust.

Was genau von den Medizinern und Psychologen gefordert wird, hängt immer von der Art des Vergehens ab. Ganz überwiegend ist Alkohol im Spiel. Zur MPU muss zwingend, wer 1,6 Promille oder mehr im Blut hatte oder aber Wiederholungstäter ist. Bei harten Drogen wird schon beim ersten Gebrauch die MPU verlangt. Soweit es um Alkohol geht, gibt es Tendenzen in der Rechtsprechung, die eine MPU schon unterhalb der 1,6 Promillegrenze verlangen. Ganz massiv in jüngster Zeit trifft es Radfahrer, die alkoholisiert unterwegs sind. Denen wird die Fahrerlaubnis für sämtliche Fahrzeugklassen entzogen, wenn nicht eine positive MPU beigebracht wird. Da sind die Führerscheinstellen gnadenlos.

Den Prüfern (Medizinern und Psychologen) sind selbstverständlich alle nur denkbaren Ausreden der Prüflinge längst bekannt.

Daher: Gehen Sie nie ohne Rücksprache mit Fachleuten zur MPU.

Daneben gibt es – wenn wegen einer Trunkenheitsfahrt ein Strafverfahren gegen Sie stattgefunden hat – noch strafrechtliche Möglichkeiten der Sperrzeitverkürzung. Auch da helfen Ihnen die einschlägigen Fachleute weiter.

Jochen Kreissl
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
Fachanwalt für Verkehrsrecht

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