Ausgeraubtes Wohnmobil – Hausratversicherung muss zahlen

Wir vertreten eine Familie, die sich mit dem Wohnmobil in Südeuropa befand. Sie wurde nachts ausgeraubt. Schmuck und Bargeld wurden entwendet. Die Hausratversicherung verweigerte die Ersatzleistung. Sie meint, ein Wohnmobil sei schon nach allgemeinem Sprachgebrauch kein Gebäude und auch kein Gebäudebestandteil. Es sei auch keine Wohnung des Versicherungsnehmers. Auch genüge bloßer Schlaf des Versicherungsnehmers im Wohnmobil nicht, um einen Schadensfall auszulösen, der einer Beraubung entspreche.

Dem ist in zweiter Instanz rechtskräftig das Landgericht Fulda (Aktenzeichen: 1 S 158/10) mit Urteil vom 29.04.2011 entgegen getreten und hat die gegnerische Versicherung zur vollen Ersatzleistung verurteilt. Es hat festgestellt, dass die von uns vertretene Familie Opfer einer Beraubung im Sinne der Versicherungsbedingungen geworden sei.

Dass die Hausratversicherung dann auch Schadensersatz leisten muss, wenn in ein Fahrzeug eingebrochen wurde, war für das Landgericht nicht mehr problematisch.

Das Urteil bringt darüber hinaus Beweiserleichterungen für Geschädigte zum Ausdruck.

Im Ergebnis zeigt sich, dass eine gewisse Hartnäckigkeit in Verbindung mit anständiger juristischer Argumentation dann doch zum Ziel führen kann!

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