Außerordentliche Kündigung wegen eines Bagatelldeliktes

Die außerordentliche Kündigung wegen eines Bagatelldelikts ist unwirksam. In der vor dem LAG Hamm zu verhandelnden Berufung hat ein Arbeitgeber seinem seit 19 Jahren betriebszugehörigen Arbeitnehmer die fristlose außerordentliche Kündigung ausgesprochen, weil dieser ihm vorgeworfen hat, er habe beim Durchgehen durch die Küche Pommes und zwei Frikadellen an sich genommen und verzehrt. Die entsprechende Vorgesetzte habe ihn daraufhin darauf hingewiesen, dass dieses Verhalten nicht zulässig sei. Er müsse die Frikadellen bezahlen. Der Arbeitnehmer soll daraufhin aufmüpfig geworden sein und zwei weitere Frikadellen genommen und gegessen haben. Daraufhin hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis außerordentlich fristlos gekündigt, da er das Verhalten des Arbeitnehmers als Diebstahl bewertete.

Das LAG Hamm hat in der Berufungsverhandlung klargestellt, dass u. a. wegen der langen Betriebszugehörigkeit eine fristlose Kündigung nicht gerechtfertigt ist. Insbesondere hätte zunächst eine Abmahnung ausgesprochen werden müssen (LAG Hamm 04.01.2010 – 8 Sa 711/2010).

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